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Waldbaden 2018

Ein Weg, die Achtsamkeit für die eigene Sinneswahrnehmung wieder zu entdecken

Mir ging es ähnlich. Mit dem Begriff "Waldbaden" bin ich bei einer Recherche nach neuen Gesundheitstrends vor ein paar Monaten auch nicht klar gekommen.

Klingt doch alles sehr nach Sektenzeugs und Energy-Selbsthilfegruppe. Vorweg sei gesagt, dass man keine Badehose mitbringen muss und es auch kein Schlammloch gibt, in das man unter Beifall und viel Tschakkaaa! reinspringt. 

Längst ist "Shinrinyoku" in Japan zu einer anerkannten Stress-Management-Methode avanciert und wird vom dortigen Gesundheitswesen seit den 80er Jahren gefördert.
 
Japanische Wissenschaftler haben in den letzten Jahrzehnten entdeckt, dass ein Aufenthalt im Wald wie eine Art Aromatherapie wirkt, die für die Gesundheit förderlich ist. Das Einatmen ätherischer Öle, das von Bäumen abgegeben wird, stärkt das Immunsystem, unser Körper produziert durch die in der Waldluft enthaltenen Terpene verstärkt sog. Killerzellen, die u.a. auch gegen Krebs wirken sollen. Dazu beweisen Studien, dass Aufenthalte im Wald Angstzustände, Depressionen und Wut verringern, Stresshormone abbauen und die Vitalität steigern. (Quelle: "Effect of forest environment on human immune function", Qing Li.). 

Soweit die Theorie und Forschung. Ich war und bin aber eigentlich nicht empfänglich für esotherischen oder ähnlichen Quatsch und so war meine Erwartungshaltung in einem im Januar hier in Südtirol angebotenen Fortbildungskurs zum Thema Waldbaden eher lau.

Es mag nicht zuletzt am smarten Referenten Martin Kiem gelegen haben, der diese anfängliche Skepsis bei meinen Kollegen und mir wie ein Schneepflug beiseite geräumt hat, waren doch alle seine einführenden Aussagen schlüssig. Dazu ein schönes Waldbild, das der Beamer großflächig an die Wand projeziert und in uns allen sofort ein wohliges Gefühl ausgelöst hat. Und geanu darum geht's bei dieser Art der Entspannung: Entschleunigung.

Entschleunigung ist zugegeben ein Wort, das in unserem allgemeinen Wortschatz ziemlich inflationär Verwendung findet, aber frei nach Sokrates "qui sanat est" hat immer auch derjenige Recht, der heilt.
Für mich ist Shinrinyoku vorwiegend eine Art Gehirntraining. Ich persönlich bin ständigen Eindrücken und Informationen ausgesetzt, immerzu läutet und blinkt mein Smartphone. Vieles ist wichtig, ganz schlimm und benötigt meine sofortige Aufmerksamkeit. Bin manchmal schon beunruhigt, wenn grad nix ist. Akku leer?
So ist in meine Charts der Bedürfnispyramide längst schon ein voller Akku gerückt und damit auch das Verlangen nach einem ständigen up-to-date-sein.
Läuft grad alles? Funktioniert die Solaranlage? Wieviele Anfragen & Buchungen sind heute eingegangen? Wieviel Leistung liegt momentan am Stromanschluss? Wurden die bestellten Blumen für einen Gast geliefert? Sind die Boiler, Saunen und Pools auf Temperatur? Gibts neue Bewertungen? Ja, das sind einige Fragen, die ich ziemlich oft beantwortet haben will. Diese Gier nach Info ist sicherlich mittlerweile etwas ausgeartet und das äußert sich in meinem inneren Befinden. Und bestimmt bin ich damit nicht alleine. So scheint es mir nicht verkehrt, alles beiseite zu legen und stattdessen einfach mal nix tun. Wir alle brauchen das.

Das Nixtun führt aber nicht selten zu schweren Gedanken. Nixtun fühlt sich leider oft nicht gut an. Und genau hier kommt das Waldbaden ins Spiel. Hier geht es ausschließlich darum, uns im Wald aufzuhalten und uns auf unsere Sinneswahrnehmungen zu konzentrieren. Bewusst lenken wir unser Bewusstsein auf die Sinneseindrücke im Wald und wir lösen uns so ganz nebenbei für einige Momente von Gedanken an die Zukunft mit anstehenden Erledigungen für die Arbeit, Terminen, Sorgen, Ängsten und schlechten Erinnerungen. Das parasympathische Nervensystem erwacht, die Kortisol-Ausschüttung fährt runter. Alles gut. Nebenbei mögen die ätherischen Öle noch ihre willkommene Wirkung haben.

Betrachten Sie das Waldbild hier und stellen sich einen Moment lang vor, wie es hier wäre, was Sie in der Stille alles hören könnten, wie es duften könnte, wie weich das Moos sein könnte, auf dem Sie grad barfuß stehen.. 

Nun mag man sich die Frage stellen, ob es gänzlich sinnfrei ist, produktivlos im Wald eine halbe Stunde zu "vergeuden". Okay, aber was ist fernsehen? Ich möchte wirklich niemanden belehren, sondern einfach nur eine Möglichkeit aufzeigen und unseren Gästen helfen, sich bei uns gut zu erholen. Vielleicht gefällt es Ihnen und Sie bauen Shinrinyoku auch in Ihren Alltag ein. Mein Vater begleitet Sie jedenfalls ab März 2018 gern einmal wöchentlich zum Waldbaden. Dazu findet ein parallel ein weiteres Waldbaden mit Martin Kiem statt.

Die aktuellen Termine zu beiden Waldbaden-Veranstaltungen finden Sie in unserem Aktiv-Programm im Tyrol-Eventplanner.
 
 
 
01.02.2018
Boris
 
 
 
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